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Ein „Kurschatten“ ist kein Sonnenschutz!

Während einer Kur sollte man sich vorwiegend erholen und regenerieren. Bei einem sorgenfreien, geregelten Tagesablauf, einem angenehmen Ambiente, wohltuenden therapeutischen Behandlungen und zahlreichen Freizeitangeboten hat man endlich die Zeit und Ruhe, sich auf sich selbst zu konzentrieren und sich etwas Gutes zu tun. In einer solchen stressfreien Umgebung und mit der zur Verfügung stehenden ärztlichen Hilfe und Beratung fällt es vielen gleich viel leichter, auch mal den inneren Schweinehund zu überwinden und so beginnen manche Sport zu treiben oder mit dem Rauchen aufzuhören. Man begegnet Leidensgenossen oder Menschen, denen es viel schlechter geht als einem, findet schnell Kontakt zu ebenfalls relaxten Menschen und kann sich fern von Berufs- oder Familienstress mal nur an den schönen Dingen des Lebens erfreuen. Manche Prinzipien landen so ruckzuck über Bord und schon sind die besten Voraussetzungen geschaffen, sich einen „Kurschatten“ zuzulegen bzw. selbst zu einem zu werden.

Warum solch ein romantisches Kur-Verhältnis mit „Schatten“ bezeichnet wird, liegt wohl nicht daran, dass man sich dabei wie hinter einem Plissee oder einer Jalousie vor der Sonne schützen kann, sondern wahrscheinlich eher an dem „Schatten“, den es auf die Beziehung zum Partner zuhause wirft. Ein Schatten ist dazu auch etwas, was einem immer irgendwie anhaftet. In den meisten Fällen bleibt es auch bei einer Schatten-Beziehung, da sie nach der Kur nicht aufrecht erhalten werden kann. Der Kur-Schatten gehört schon irgendwie mit zu einer Kur und auch wenn sich keine intensive Beziehung bilden sollte, kann sich jeder einfach einen Kurgast als platonischen Kur-Schatten aussuchen. In manchen seltenen Fällen – wie auch bei einer Urlaubsbekanntschaft – kann sich aus einem Kurschatten eine dauerhafte Beziehung entwickeln, vorausgesetzt man schafft es aus dem Schatten ans Licht zu treten.